Stell dir vor…

Belohnungen und Strafen. Sie erfüllen den gleichen Zweck, ein Verhalten zu verändern, nur dass die Gefühle beim Betroffenen unterschiedlicher nicht sein können
0_Telefon01.jpg
Stell dir vor, Jemand verspricht dir, dir jedes Mal 5 Franken/Euro zu geben, wenn er dich anruft und du abnimmst.

Weil du das Geld gut gebrauchen kannst, lässt du von nun an gleich alles stehen und liegen sobald sein Klingelton ertönt.

Doch eines Tages, dein Konto ist schon gut gefüllt, und du bist gerade mit etwas ganz Wichtigem beschäftigt… Wie entscheidest du dich?

Vielleicht sagst du dir „ach, das eine Telefon kann ich auch mal klingeln lassen, die 5 Franken gibt es ja das nächste Mal auch wieder.“

Was aber machst du, wenn dir der Anrufer gesagt, hat, dass es bei manchen Anrufen auch 50 oder 100 Franken geben wird?

Diesen Jackpot willst du dir vermutlich nicht entgehen lassen. Und so wirst du auch in spannenden Momenten den Anruf entgegen nehmen. Und solltest du es trotzdem mal nicht schaffen, stresst es dich nicht. Denn du weisst ja, du verlierst höchstens diesen einen Jackpot.

Der Anrufer könnte dir aber stattdessen auch sagen, dass der Geldsegen augenblicklich aufhört, sobald du auf einen einzigen Anruf nicht reagierst. Oder schlimmer noch, dass dir was Schlimmes widerfährt, wenn du nicht abnimmst.
Bei diesen Konsequenz wirst du vermutlich noch aufmerksamer sein als sonst, um ja keinen Anruf zu verpassen. Und du wirst dich weniger auf das achten, was du tust, als auf das Telefon.
Aber du lebst nun auch in ständiger Angst, einen Anruf zu überhören. Das ist stressig und belastend!

*********************************************************************************

Weshalb erzähle ich dir diese Geschichte?

Stell dir das Ganze anhand des Rückrufs deines Hundes vor.

Da dir der Rückruf wichtig ist, belohnst du deinen Hund für jedes Kommen mit einem tollen Leckerchen. Und du merkst, wie dein Hund gerne zu dir kommt.

Aber irgendwann ist die anfängliche Freude vorbei , dein Hund wird immer langsamer und du siehst auch, dass es ihm immer schwerer fällt, sich auf dein Signal von wirklich spannenden Dingen zu lösen. Die Motivation aufgrund der immer gleichen Belohnung hat sich abgeschwächt (und nein, ein Hund muss nicht einem Signal gehorchen, nur weil ich es will!)

Verwendest du hingegen unterschiedliche Belohnungen, die dem augenblicklichen Bedürfnis deines Hundes entsprechen und nutzt du dazwischen auch mal richtig tolle Jackpots, so wird dein Hund immer gerne auf deinen Rückruf hören und sich über die positiven Konsequenzen freuen.

Selbstverständlich kannst du ihn auch die negativen Folgen für sein Nicht-Kommen spüren lassen (wie bei obigem Telefonbeispiel): Du holst ihn ab und er muss für den Rest des Spazis an der kurzen Leine bleiben, oder aber, du rufst ihn immer lauter und gehst gar drohend auf ihn zu….

Natürlich ist die Chance gross, dass er nun darauf bedacht ist, ja keinen Rückruf zu verpassen um so den negativen Konsequenzen zu entgehen. Aber nicht nur, dass dies ungute Gefühle auslöst. Es vergiftet auch gleichzeitig dein Rückrufsignal und beeinflusst eure Beziehung.

***********************************************************************************

Deshalb, trainierst du mit den richtigen, positiven Verstärkern, brauchst du keine strafenden Massnahmen.

Und ist das Training noch nicht so weit fortgeschritten, dass der Rückruf sicher klappt, verhindert die Schleppleine, dass dein Hund unerwünschtes Verhalten lernt.

© 2019 –  Teamschule – Monika Oberli

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s