Die Spooky Phasen beim Hund

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Bis der Hund erwachsen ist, macht er bis zu 5 Unsicherheitsphasen durch, in denen er Neuem gegenüber skeptischer ist. Und je nach Typ Hund reagiert er mit einem der 4 F’s auf das vermeintlich Gefährliche.

Betrachtet man die Entwicklung eines Wolfswelpen, machen diese Phasen durchaus Sinn. Denn jede tritt um den Zeitpunkt auf, in der für den Wolfswelpen ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Wären die jungen Wölfe in diesen Momenten, nicht misstrauisch Unbekanntem gegenüber, wären ihre Überlebenschancen wohl ziemlich gering.

1. Unsicherheitsphase mit ca. 8 Wochen
Ab diesem Alter beginnen die Wolfswelpen das Rudel zum sogenannten Rendezvous-Platz zu begleiten (bis dahin hielten sie sich nur im Nahbereich der Höhle auf).  Hier erkunden sie nun mehr und mehr ihre Umwelt, immer gut behütet von den älteren Geschwistern, die als Babysitter amten.

Und auch mit unserem Hundewelpen sollten zu Beginn nur kurze Spaziergänge von ein paar hundert Metern zu vertrauten Orten unternommen werden. Dabei soll er seine neue Welt in aller Ruhe und gut geschützt erkunden dürfen. Mit zunehmender Sicherheit können die Spaziergänge und -orte nach und nach ausgeweitet werden.

Manche Welpe zeigen die ersten Tage sogar deutlich, dass sie am liebsten gar nicht von der Nähe ihres Zuhause weggehen möchten. Auch das ist völlig normal, denn noch sind ihnen ihre Menschen UND ihre Umfeld fremd.  Lassen Sie Ihren Welpen entscheiden, wann er bereit ist, weiter zu gehen. 

2. Unsicherheitsphase mit ca. 3 – 4 Monaten
Nun erweitern die jungen Wölfe ihren Aussenbereich und gehen immer öfters auf kurze Streifzüge mit dem Rudel mit.

Auch ihr Junghund wird mutiger und löst sich nun immer etwas weiter von Ihnen. Die meisten bleiben aber trotzdem noch in ihrer Nähe und achten darauf was Sie machen und wohin Sie gehen.

Da nun aber die Umwelt immer spannender für ihren jungen Hund wird, ist es wichtig, dass sie sich auf den Spaziergängen mit ihrem Hund beschäftigen, immer wieder tolle Sachen mit ihm machen und ihn nicht nur mit anderen Hunden und der Umwelt Spass haben lassen. Dann wird er auch in der Pubertät und als erwachsener Hund immer wieder gerne Ihre Nähe suchen.

3. Unsicherheitsphase mit ca. 6 bis 9 Monaten
Ab diesem Alter begleiten die jungen Wölfe die erwachsenen  immer öfter bei der Jagd. Richtig jagen können sie noch nicht. Aber sie verbessern ihre motorischen  Fähigkeiten und lernen das Jagen durch zuschauen und  ausprobieren.

Und auch die Geschlechtshormone beginnen Einfluss zu nehmen und plötzlich kennt unser Jungspund ganz  viele Signale nicht mehr.

Auch bei unseren Hunden erwacht das Interesse an sich bewegenden Sachen. Sie beginnen ihnen nachzulaufen und versuchen sie zu erhaschen. Auch wenn es lustig aussieht und der kleine Hund das Jagdobjekt selten erwischt, so lernt er doch wie viel Spass so ein kleines Jagdspiel macht.

Achten Sie daher darauf, ihren Hund gar nicht erst auf den Geschmack zu bringen, weder durch  durch Blätter – oder Schmetterlingejagen noch durch Bälle werfen. Denn nicht nur, dass es ihm Spass machen wird, er verbessert damit auch seine jagdlichen Fähigkeiten.

Dies gibt zwar keine Garantie darauf, dass ihr Hund sich nicht doch für’s Jagen von Katzen und Vögeln interessieren wird. Aber sie fördern es zumindest nicht noch zusätzlich.

4. Unsicherheitsphase mit ca. 12 Monaten
Nun findet der Übertritt ins erwachsene Alter und in eine grössere Selbständigkeit statt.

Und auch unsere Hunde werden selbstständiger. Gleichzeitig werden sie wählerischer was ihre hündischen Kontakte betrifft, wen sie mögen und wen nicht. Und doch haben sie noch nicht ausgelernt, sind auf unsere Fürsorge, Unterstützung und Anleitung angewiesen, um sich in unserer Welt zurecht zu finden. 

5. Unsicherheitsphase mit ca. 2 bis 2 1/2 Jahren
In diesem Alter verlassen viele Jungwölfe das Rudel, streifen mit Gleichaltrigen herum. und gründen irgendwann ihre eigenen Familie, ein neues Rudel entsteht.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt unterscheiden sich unsere Haushunde ganz klar von den Wölfen.
Durch Domestikation und menschlicher Einflussnahme sind sie auf dem Entwicklungsstand eines jungen Wolfes stehen geblieben. Nur dadurch ist es möglich gewesen, sie auch als erwachsene Hunde noch in menschlicher Obhut zu halten. Denn selbst handaufgezogene Wölfe bleiben im erwachsenen Alter nicht zahm genug dafür. 

*****

Das eine oder andere vom wölfischem Verhalten ist bis heute bei unseren Haushunden hängen geblieben und zeigt sich unter anderem darin, dass auch sie noch die sogenannten Spooky Phasen durchlaufen, obwohl diese für sie nicht mehr den gleichen Nutzen wie für die Wölfe haben.

Durch die Vielfalt der Hunderassen sind die obengenannten Altersangaben nur ungefähre Zeitangaben. Aber erinnern sie sich einfach daran, wenn ihr Hund etwas verbellt, an dem er 2 Jahre lang problemlos vorbeigelaufen ist oder ihr Junghund den Mistkübel vor der Tür plötzlich für ein gefährliches Monster hält, an dem er auf keinen Fall vorbeigehen kann.

Haben Sie aber vor allem Verständnis für ihn, wenn er in einer dieser Phasen steckt und helfen Sie ihm durch Ruhe, Gelassenheit und sozialen Support durch diese „gefährlichen“ Zeiten.

Mehr zu diesen Themen finden Sie auch in diesem Beitrag:

https://www.natuerlichmithund.com/deutsch/tipps-f%C3%BCr-hundehalter/fremdelphase-spooky-periods/

(C) 2018 Monika Oberli, Teamschule

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