Das Markersignal

Das Markersignal ist kein Ersatz für die Belohnung sondern dessen Ankündiger!

Das Markersignal ist ein Signal, das deinem Hund sagt:

Das was du gerade machst, ist super!
Und deshalb hast du dir auch eine Belohnung verdient 🙂

Durch diese klare Kommunikation ist das Markersignal ein tolles Trainingsinstrument, egal ob man mit Tieren oder Menschen arbeitet.

Es macht das Training schneller und präziser und vermittelt dem Lernenden Sicherheit und Spass am Training.

Und im Unterschied zum Lob (Fein, super, toll gemacht) verspricht das Markersignal deinem Hund IMMER eine Belohnung.

Auch ist kein Lob so so präzise wie das Markersignal, um den richtigen Moment im Training einzufangen. Und nur mit dem Keks alleine, bist du viel zu spät.

Richtig angewandt, ähnelt das Markersignal dem Click des Fotoapparates, welcher den gewünschten Moment auf Bild einfängt. Gute Markersignale sind daher wie dieser kurz und knackig wie

Tip, Click, Yup, Jep und/oder der Click des Clickers. 

Dies alles sind Gründe, weshalb dieses Geräusch für deinen Hund sehr schnell einen hohen Stellenwert bekommt.

Der Aufbau des Markersignals

Bevor es aber so weit ist, muss dein Hund verstehen, was es mit diesem für ihn erst einmal unbedeutenden Geräusch auf sich hat.

Das heisst, du musst ihm, wie beim Erlernen einer Fremdsprache, erklären, welche Bedeutung das Markersignal hat.

Dazu kannst du dich der klassischen Konditionierung bedienen, die deinem Hund sagt:

Markersignal = Leckerchen
(bei Hippelhunden, gerne auch mal 2, 3 oder mehr auf einmal)

Später können auch unterschiedliche Belohnungen genutzt werden. Aber für den Anfang machen es die Leckerchen einfacher..

Im nachfolgenden Video findest du viele wichtige Informationen zum Aufbau des Signals. Beachte dabei unbedingt, dass:

  • du erst das Signal sagst, bevor du deine Hand oder sonst etwas bewegst
  • zwischen Markersignal und Belohnung nicht mehr als 1 bis 2 Sekunden liegen
  • du deinen Hund mit der Leckerchengabe nicht erschrickst
  • dass du schnell kleinste Dinge im Training veränderst, damit dein Hund nicht denkt, er müsse ein bestimmtes Verhalten zeigen
  • du beim Aufbau selbst auch kein bestimmtes Verhalten erwartest

Beachte: Was hier im Video in einer Sequenz gezeigt wird, muss in mehreren Einzelschritten aufgebaut werden. Deshalb: Mach auch beim Markerwort nur 2 bis 3 Wiederholungen bevor du eine Pause einlegst (kürzer oder länger) und geh erst zum nächsten Schritt über, wenn dein Hund den ersten Schritt verstanden hat. Denn nur dann wird dein Hund mit dem Markerwort eine freudige Emotion damit verbinden.


Wie geht es weiter?

Sobald dein Hund nach wenigen Wiederholungen die Verknüpfung Markersignal = Leckerchen verstanden hat, kannst du es für dein Training nutzen:

Dein Hund zeigt ein Verhalten, das dir gefällt –> du gibst dein Markersignal und danach die Belohnung (ganz oft findest du in Anleitungen dazu auch die Abkürzung: C + B)

Recht schnell wird dein Hund verstehen, dass bei diesem Verhalten dein Markersignal ertönt und er eine Belohnung bekommt. Und er wird sich bemühen, dieses Verhalten immer öfter zu zeigen.

Dabei muss dieses noch gar nicht des Endverhalten sein, sondern ganz oft ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin. So wie du auch erst die einzelnen Buchstaben lernen musst, bevor du lesen kannst (siehe dazu auch „Dein Hund braucht 1’000 Wiederholungen).

Ist das Signal einmal gut aufgebaut, kannst du dir zwischen Click und Belohnung etwas mehr Zeit lassen. Dein Hund weiss ja nun, dass nach dem Markersignal IMMER die Belohnung kommt. 

Dein Markersignal wird somit auch zu einem Brückensignal, welches dir Zeit zwischen dem Verhalten deines Hundes und dem Übergeben deiner Belohnung gibt.

Nutze das Markersignal möglichst oft mit tollen Belohnungen und oder Lieblingsübungen deines Hund. Denn dann werden euch die positiven Gefühle aus diesen Trainings auch bei schwierigen Aufgaben helfen.  

Markersignal so stark!

Mit dem Markersignal belohnst du das von dir gewünschte Verhalten

  • genau im richtigen Moment
  • in kleinsten Schritten
  • und auch auf Distanz

Es findet auch kein Locken durch Futter statt. Und weil du nach dem Aufbau kein Futter in der Hand hältst, ist dein Hund konzentrierter und die Gefahr, ihn zu bestechen statt zu belohnen, ist wesentlich geringer.

Ausserdem schulst du dein Auge darauf, Entwicklungen zu erkennen und erwünschte Verhalten einzufangen.

Dabei erleben dein Hund und du viele positive Momente, was eure Beziehung und Vertrauen zueinander stärkt.

Markersignal im Einsatz!

Der Marker hilft dir dabei, ein Verhalten

  • zu formen
  • oder einzufangen

Formen
Du stellst eine Kiste vor deinen Hund hin. Und markerst  nun jedes noch so kleine Interesse wie zum Beispiel einen Blick, den ersten Schritt, die erste Berührung…

Einfangen
Dein Hund zeigt zufällig das erwünschte Verhalten

  • Dein Hund läuft freiwillig auf dich zu
  • Dein Hund schaut eine Katze an und steht (noch) auf seinen 4 Pfoten
  • Dein Hund läuft locker neben dir
  • ….

Beginne und beende jede Trainingssequenz mit einem klaren Start- bzw. Endesignal.

Mögliche Fehlerquellen

Du gibst das Markersignal zu spät
Dann markere bei der nächsten Durchführung einfach wieder etwas früher.

Wenn du aber vorher merkst, dass du zu spät bist, lass lieber das Markersignal aus und wiederhole die Übung gleich noch einmal

Du hast ein falsches Verhalten gemarkert
Dein Hund weiss das nicht. Deshalb bekommt er auch dann seine Belohnung.

Dir ist ein „Nein“ herausgerutscht und nun macht dein Hund gar nichts mehr
Biete ihm evt. noch eine Übung an, die er gut und gerne kann und mach dann erst einmal eine kurze Pause.
Und wenn auch das nicht mehr geht, dann biete ihm einfach ein paar Leckerchen an und überlege dir, zu welchem Teilschritt du idealerweise noch einmal zurückgehst, um deinen Hund wieder sicher zu machen.

Dein Hund wird hektisch oder gibt schnell auf 
Verändere das Training, indem

  • nur ein oder 2 Wiederholungen machst
  • die Trainingsschritte noch viel kleiner machst
  • das markerst, was dein Hund zeigt. Auch wenn es vielleicht ein kleiner Umweg ist
  • deinem Hund mehr als ein Leckerchen nach dem Marker gibst
  • zusätzlich mit Lob arbeitest
  • ein klares Start- und Ende-Trainingssignal verwendest

Dein Hund hat eine falsche Trainingsverknüpfung gemacht 
Du hast z.B. gemarkert als dein Hund deine Hand mit der Pfote statt der Nase berührt hat Und nun bietet er dir nur noch dieses Verhalten an.
In dem Fall markerst du ein paar Mal bevor er die Pfote bewegt. Und anschliessend machst du es ihm so einfach, dass er die Hand nur mit der Nase berühren kann.

Dein Hund will die angebotene Belohnung nicht
Vielleicht ist es die falsche Belohnung in dem Moment. Er möchte vielleicht viel lieber weiter den anderen Hund beobachten. Oder lieber schwimmen gehen, statt ein trockenes Leckerchen zu fressen.
Deshalb belohne immer bedarfs- und bedürfnisgerecht

Weiterführende Links

 

 

© 2018 – Teamschule – Monika Oberli

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s