Gemeinsam unterwegs

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…und dies nicht nur an der kurzen Leine oder an den Fersen des Besitzers

Immer häufiger erlebe ich es, dass Teams zu mir ins Training kommen,  deren Hund  nur an kurzer Leine geführt wird. Selbst auf einem gemütlichen Spaziergang dürfen diese Hunde nicht links und rechts schnüffeln sondern müssen ihren Fokus während des gesamten Spaziergangs auf ihren Menschen gerichtet halten. Dies weil ihren Menschen in früheren Trainings beigebracht wurde, dass der Hund beim Menschen zu laufen habe!

Dies ist nicht nur anstrengend für Mensch und Hund, sondern berücksichtigt so gar nicht die Bedürfnisses des Nasentiers Hund.

Und auch für den Menschen ist es nicht einfach. Denn permanent muss er aufpassen, dass sein Hund nicht doch irgendwo schnüffelt oder gar vor läuft.

So wird der Spaziergang für beide stressig. Dabei hat man sich doch auf schöne Spaziergänge mit seinem Hund gefreut. Dass bei all diesem Stress auch die Leinenführigkeit leidet und der Hund auf Durchzug stellt, ist nicht weiter verwunderlich. Und je nach Hundetyp versucht er einen Teil seines Stresses über Fressen von allem Möglichen abzubauen. Denn Kauen beruhigt und lenkt ab.

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Das wäre so ähnlich wie wenn wir in der Stadt unterwegs wären und wir kein Schaufenster anschauen und schon gar nicht in ein Geschäft hineingehen dürften. Und wenn wir es doch versuchen, zieht uns unser Partner einfach weiter und raunzt uns auch noch an.

Wie lange wird es dauern bis der erste Streit los geht oder du dir einen Schokoriegel nach dem anderen ins Maul stopfst.

Thomas Riepe hat dazu ein tolles Video gedreht.

Und wer dann noch bedenkt, dass das normale Lauftempo eines mittelgrossen Hundes ca. 10 Stundenkilometer beträgt, kann sich vorstellen, wie anstrengend es für den Hund ist, sein Lauftempo die ganze Zeit dem langsamen des Menschen anpassen zu müssen.

Deshalb, wenn der Hund (noch) nicht von der Leine darf, nimm Brustgeschirr und eine 7-10m Leine und geh so mit deinem Hund spazieren. Lass ihn dabei schnüffeln und die Welt auf seine Art erkunden.

Biete ihm draussen aber auch gemeinsame, tolle Sachen an, lass dich durch ihn in seine spannende Welt entführen und zeig ihm wie sehr du dich über ihn und sein gutes Verhalten freust und du wirst einen Hund bekommen, der gerne in deiner Nähe bleibt und auf dich achtet. Da braucht es keine kurze Leine, die ihn an dich fesselt.

Und Führung heisst auch nicht, dass ich dies nur kann, wenn meine Hunde hinter mir laufen. Im Gegenteil, durch eine gute Führung kann ich meinem Hund sehr viel Freiheit geben. Denn ich kann mich darauf verlassen, dass er sich an unsere Regeln und Leitplanken hält, weil er sie kennt und versteht.

© 2017 – Teamschule – Monika Oberli

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