So trainiert doch niemand mehr!

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Das wäre schön. Denn dann bräuchte es auch diesen Beitrag nicht.

Aber noch immer gibt es Hundehalter und Trainer deren Trainingsweg auf Dominanz und Rudelführerschaft basiert. Da werden weder die leisen und manchmal auch lauten Kommunikationssignale beachtet noch der Hund in seinem Wesen geachtet.

Sehr oft wird dabei argumentiert, der Hund habe seinem Rudelführer widerstandslos zu gehorchen und dies alles oft noch ohne Hilfsmittel (wobei diese Aussage schon falsch ist, denn sowohl Halsband und Leine, als auch körperliche Einwirkungen sind Hilfsmittel) oder menschliche Sprache, denn Hunde untereinander würden sich auch nicht anders verhalten. Dabei ist es irrelevant, ob der Mensch eine solche Führungspersönlichkeit besitzt, der der Hund gerne folgt. Ebenso irrelevant ist es, dass wir Menschen gar nicht in der Lage sind, uns in unserer Mimik und Körperhaltung so feinsprachlich hündisch auszudrücken. Und weil dies so ist, wird dies durch Leinenimpulse, körperliche Manipulation und Strafen kompensiert.

Setzt sich ein Hund gegen diese unfaire Behandlung zur Wehr, heisst es schnell: was für ein frecher wenn nicht gar dominanter Hund. Und das gewünschte Verhalten wird noch härter durchgesetzt.

Gar mancher Hund gibt auf und für seinen Menschen ist die Hundewelt in Ordnung. Wehe aber dem Hund, der sich weiter gegen eine solche Behandlung wehrt oder seine innere Anspannung an anderer Stelle los zu werden versucht

Achtet daher nicht nur darauf, was ein Hund Alles kann sondern viel mehr wie er sich dabei fühlt. Seine Signale zeigen euch, ob er es gerne macht und freudig mit seinem Menschen zusammenarbeitet (auch bei Dingen, die „sein müssen“) oder ob er es macht, weil er nicht anders darf. Und nicht immer ist das, was wir Menschen als Freude ansehen beim Hund auch tatsächlich das.

Aber ein Meideverhalten gegenüber seinem Menschen oder einer Situation ist und bleibt ein Meideverhalten und keine Sturheit oder Dominanz.

Und ja, auch im Hundeleben gibt es wie in jeder Gemeinschaft Regeln und Leitplanken, die es einzuhalten gilt. Aber wie der Hund diese kennenlernt, sagt mehr über das Können und die Fähigkeiten des Ausbildenden aus als das Ergebnis.

Angeregt zu diesem Beitrag wurde ich durch diesen Artikel von Nicole in Talis Welt:
Hundetraining im Jahre 1999 – da war die Welt noch in Ordnung, oder…?

Aber auch, weil sich viele Hundebesitzer auf der Suche nach einem natürlichen Umgang mit ihrem Hund durch schöne Worte blenden lassen und nicht sehen, dass vielen dieser Ansätze Methoden zu Grunde liegen, welche auf dem Meideverhalten basieren…der Hund verhindert die negative Konsequenz statt sich für eine positive Konsequenz anzustrengen.

Und ja, manchmal vergessen wir vor lauter Methoden und Trainingstipps auch, einfach mal auf unseren Bauch zu hören und mit unseren Hunden ganz natürlich umzugehen und uns persönlich einzubringen.
Und nicht immer muss alles 100% so gemacht werden, wie es im Lehrbuch steht. Denn jedes Team ist anders und es gibt so viele schöne Wege zum Ziel. Wesentlich ist nur, dass das was man macht, aus der Achtung und dem Respekt dem Lebewesen gegenüber geschieht und dass es auf dem Wissen von dessen natürlichen Veranlagungen und Ausdruckverhalten basiert und es Beiden dabei gut geht..

(c) 2016 TeamSchule – Monika Oberli

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Ein Gedanke zu “So trainiert doch niemand mehr!

  1. Hey Anja,

    hier ist wieder ein Text, der Dich interessieren könnte.

    Bitte schau Dir auch den Link an, der im Text weiter unten angegeben ist.

    Liebe Grüße,

    Mechthild

    >

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