Die Grundbedürfnisse des Hundes

…auch physiologische Bedürfnisse genannt

ERNÄHRUNG
Diese gehört ebenso wie Schlaf zu den grundlegendsten Bedürfnissen eines Lebewesens. Weshalb der Hund in unserer Obhut auch das Anrecht auf eine ausreichende und zuverlässige Fütterung hat, welche die folgenden Kriterien erfüllt

  • er bekommt ein hochwertiges und auf seine Bedürfnisse angepasstes Futter
  • er wird an einem ruhigen und störungsfreien Platz gefüttert
  • es wird darauf geachtet, dass er sein Normalgewicht hält (!die Mengenangaben der Hersteller sind oft zu hoch)

wasserspiel06
Wasser muss  Ihrem Hund tagsüber jederzeit zur freien Verfügung stehen.

Fütterung

wurst01

Wie oft Sie Ihren Hund füttern, ist einerseits abhängig vom Alter

  • Welpen und Senioren sollten mind. 3 mal
  • Junghunde und erwachsene Hunde 2 mal täglich gefüttert werden

aber auch, ob Sie einen Teil des Futters untertags als Belohnung verwenden. Mindestens eine Mahlzeit sollte der Hund jedoch immer als Ganzes erhalten – im Napf oder auch im Garten/Haus verteilt.

Lassen Sie Ihren Hund bitte in aller Ruhe fressen. Nichts ist schlimmer, als wenn der Napf zu Trainingszwecken immer wieder weggenommen wird. Das verunsichert die Hunde und lässt sie oft hektischer fressen. Um dem Hund beizubringen, dass er sich was Fressbares wegnehmen lässt, gibt es bessere Übungen.

Frisst Ihr Hund seinen Napf nicht leer, dürfen Sie diesen nach ca. 10 Minuten wegnehmen und den Rest ggf. mit der nächsten Mahlzeit wiedergeben (füttern sie ihren Hund aber nicht einfach mit Leckerchen weiter, um seinen Hunger zu stillen 😉 ). Ein gesunder Hund verhungert auch dann nicht, wenn er ein paar Tage nichts oder nur wenig frisst.
In einem Seminar berichtete die Referentin von ihrem Pflegehund, der während 6 Wochen nur gerade das zum Überleben Notwendigste frass bevor er seinen Hungerstreik aufgab und sich mit dem Gleichen wie die anderen Hunde zufrieden gab.

Wichtig
Achten Sie darauf, dass Sie die Fütterungszeiten etwas variieren, denn sonst bekommen Sie schnell einen Hund, der auf seine Zeiten besteht.

Verweigert ein Hund jedoch plötzlich sein gewohntes Fressen oder bestimmte Futterbestandteile, dann ist auch immer an eine Krankheit oder eine Unverträglichkeit zu denken.

Mit dem Alter verlieren viele Hunde ein oft die Lust am Fressen. Ihnen kann man das Futter wieder attraktiver machen, indem man dieses leicht anwärmt oder mit etwas Geschmackvollerem ergänzt.
ruhen
SCHLAF- UND RUHEZEITEN
Hunde haben ein deutlich höheres Schlaf- und Ruhebedürfnis als wir Menschen

  • Erwachsene Hunde brauchen zwischen 17 – 20 Stunden
  • Welpen und Senioren um die 20 – 22 Stunden täglich

In diesen Angaben sind die eigentlichen Schlafenszeiten (4 mal 1 1/2 Stunden tagsüber plus die Nachtstunden) genauso enthalten wie die reinen Ruhezeiten.

Natürlich müssen diese Zeiten nicht täglich ganz genau eingehalten werden. Werden Sie jedoch regelmässig unterschritten, treten bei Hunden die gleichen Schlafentzugs-Symptome auf wie bei uns:

Erst werden sie überdreht wenn nicht gar hyperaktiv. Im darauf folgenden Stadium folgen Unkonzentriertheit und Fahrigkeit. Bleiben die Schlafenszeiten weiterhin zu gering treten vermehrt Stress- und Aggressionssymptome auf und zuletzt folgen oft chronisch verlaufende Krankheiten, die bis zum Tod führen können.

Ruhe Lernen
Viele Vertreter von aktiven Rassen (Hütehunde, Terrier…) müssen jedoch erst lernen, zur Ruhe zu kommen. Im Idealfall beginnt dieser Lernprozess bereits beim Züchter und wird durch den neuen Besitzer im ersten Lebensjahr fortgesetzt. Natürlich ist es auch später noch möglich, ihm dies beizubringen, es wird dem Hund aber um einiges schwerer fallen.   Aber es gibt auch Hunde, die dies nicht mehr schaffen und als Ergebnis kaum mehr in der Lage sind, irgendwo zur Ruhe zu kommen.

Deshalb ist es wichtig, dem Hund etwas Abseits einen Platz, besser noch eine kleine Höhle einzurichten und ihm von Anfang an beizubringen, sich dort zur Ruhe zu legen.

Siehe dazu auch den folgenden Artikel: Wie viel Schlaf braucht der Hund

KÖRPERLICHE UND GEISTIGE AUSLASTUNG
Das Schweizerische Tierschutzgesetz hält fest, dass jeder Hund täglich sein Bedürfnis nach Bewegung befriedigen, sich austoben und mit all seinen Sinnen die Umgebung erkunden können muss.

Und dies zu Recht. Denn bei diesen handelt es sich um grundlegende Bedürfnisse des Lauf- und Raubtiers Hund. Selbstverständlich ist der Bewegungsbedarf nicht bei allen Rassen gleich stark ausgeprägt, ebenso spielen Alter und Gesundheit eine wesentliche Rolle. Im Laufe der Zeit verändert sich auch der Anteil der einzelnen Komponenten. Während dem Junghund das Toben und Rennen noch ganz wichtig sind, geniesst der ältere Hund das gemütliche Schnüffeln am Wegesrand. Aber raus gehen möchte jeder Hund und dies am liebsten ganz ohne oder an der langen Leine.

Sie müssen jedoch kein schlechtes Gewissen haben, wenn der Spaziergang mal nicht ganz so lange dauert wie sonst, wenn Sie sich dafür intensiver mit Ihrem Hund beschäftigen. Denn hier kommt Qualität vor Quantität.

Der Hund soll aber auch nicht während des gesamten Spaziergangs bespasst werden, damit er die Möglichkeit hat, sich beim Laufen zu entspannen und seinen eigenen Bedürfnissen nachzugehen wie Zeitung lesen und die Umgebung mit all ihren Ablenkungen wahrzunehmen.

ballNichts ist schlimmer als ein Hunde, der nur noch auf seinen Ball fixiert ist und dabei alle anderen Reize ausblendet. Auch wenn sein Besitzer meint, ihm damit eine Freude zu machen, so befriedigt er damit nur ein Suchtverhalten. Und eine Junkie der nach seinem Joint giert, findet man ja auch nicht toll.


Geistige Auslastung
Hunde wollen nicht nur körperlich beschäftigt werden. Mindestens so wichtig ist ihnen eine geistige Auslastung, die sie fordert und fördert. Nur dann können sie all ihre Fähigkeiten nutzen, auf die sie züchterisch selektiert wurden.

geistigEin Hund ohne eigene Aufgabe bzw. mit wenig Entscheidungsfreiheiten wird nie wirklich glücklich sein und im schlimmsten Fall, Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, die für Mensch und Hund sehr belastend sind.

Welches die richtige Beschäftigung für Ihren Hund ist, entscheidet ihr Hund, auch wenn Sie selbst vielleicht eine andere Vorstellung hatten.

Aber während Hunde früher oft unterfordert waren, haben viele heute einen prall gefüllten Terminkalender. Dabei kommen Entspannung und Ruhezeiten häufig zu kurz und ist man als Besitzer dann mal krank, fordert der Hund trotzdem sein gewohntes Beschäftigungsprogramm ein.

Deshalb bringen Sie Ihrem Hund von Anfang an bei, dass es auch mal Tage gibt an denen nichts läuft und auch der Spaziergang auf ein Minimum reduziert wird.

Welpen und Junghunde
folgt

Hier ein toller Artikel zum Thema „Auslastung“: Hunde auslasten

****** Weiter zu *****

  • Die Sicherheitsbedürfnisse des Hundes – folgt
  • Die sozialen Bedürfnisse des Hundes – folgt
  • Die Bedürfnisse nach Anerkennung und Wertschätzung – folgt
  • Die Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Individualität – folgt
  • Was wünscht sich der Hund von seinem Menschen
Advertisements

Ein Gedanke zu “Die Grundbedürfnisse des Hundes

  1. Pingback: Was wünscht sich der Hund von seinem Menschen? – TeamSchule – Mensch und Hund

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s