Der missverstandene Hund

Neue wissenschaftliche Studien belegen, wie gross die Gefahr ist, seinen Hund misszuverstehen, wenn wir sein Verhalten mit menschlichen Massstäben messen.

Ein typisches Beispiel dafür ist der  vermeintlich „schuldbewusste Blick“. Sieht der Mensch das nach einem Fehlverhalten seines Hundes, geht er sofort davon aus, dass der Hund genau wusste, dass er was Verbotenes gemacht hat.

Zufällige Beobachtungen, bei zusammenwohnenden Hunden liessen erste Zweifel aufkommen. Denn in vielen Fällen war nicht der Hund mit dem schuldbewussten Blick der Verursacher des ausgeräumten Kehrichtsacks…

Wissenschaftliche Studien mit mehreren Hunden bestätigten diese Beobachtungen. Bei diesen Studien wurden die Hund mit einem gefüllten Napf (oder einem Leckerchen) alleine gelassen nachdem ihnen ihr Besitzer verboten hatte, den Inhalt zu fressen. Kam der Besitzer zurück, sah er entweder einen leeren oder einen gefüllten Napf. Was er jedoch nicht wusste, ob

  • der Napf vom Hund geleert und von einer Drittperson wieder aufgefüllt wurde
  • der Napf von einer Drittperson und nicht vom Hund geleert wurde

Die Besitzer sollten nun alleine aufgrund des Hundeverhaltens entscheiden, was die Wahrheit ist. Dies gelang den Wenigsten bzw. die Trefferquote war nicht besser, als die eines Zufallsgenerators. Denn selbst, wenn der Napf nicht vom Hund geleert worden war, zeigten viele Hunde ein schuldbewusstes Verhalten. Hingegen zeigten sie diesen häufig nicht, wenn sie ihn leer gefressen gefressen hatten, der Napf aber wieder gefüllt war, als der Besitzer zurück kam.

Das könnte ein Beweis dafür sein, dass der Hund gelernt hat, dass sein heimkehrender Besitzer beim Anblick eines geleerten Napfes bzw. ausgeräumten Kerrichtsackes ärgerlich wird. Für den Hund ist es dabei irrelevant, dass er es nicht getan hat. Da er es eben nicht mit seinem eigenen Verhalten sondern lediglich mit dem Verhalten des Menschen in Verbindung  bringt,  wenn der Napf leer ist.

Ebenso könnte es aber auch sein, dass der Mensch bereits beim Anblick des leeren bzw. des gefüllten Napfes unterschiedlich reagiert hat. Unsere Hunde sind ja Meister darin, kleinste Veränderungen in unserer Körpersprache zu lesen und darauf zu reagieren

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