Ignorieren – was es damit auf sich hat

ignorieren

Das Ignorieren ist eine besondere Form der Verstärkung/Bestrafung, da es ein Verhalten sowohl erhöhen als auch reduzieren kann.

Ignorien wirkt reduzierend
wenn ein Verhalten ignoriert wird, welches dem Hund die Aufmerksamkeit bringen soll

  • der Hund springt an dir hoch, um deine Aufmerksamkeit zu erhalten.
    Du drehst dich wortlos weg
  • der Hund bellt dich an und du reagierst nicht darauf

Ignorien wirkt verstärkend
wenn ein Verhalten ignoriert wird, welches  für den Hund selbstbelohnend ist

  • Bellen, um Frust abzubauen
  • Anspringen, um Stress abzubauen
  • Buddeln
  • Jagen
  • Leinenziehen
  • ….

Wie ignorierst du richtig?

Willst du ein Verhalten ignorieren, dann darfst du den Hund

  • nicht anschauen
  • nicht ansprechen
  • nicht anfassen

…und auch nicht durch eigene Bewegungen/Reaktionen auf sein Verhalten agieren.
Denn wenn du jedesmal einen Schritt zurückgehst oder dich  umdrehst, lässt du dich durch das Verhalten des Hundes beeinflussen und er fühlt sich bestärkt.

Unbewusstes Belohnen von Verhalten

Manchmal wundert man sich, dass ein Verhalten nicht aufhört, obwohl man doch schon so lange daran arbeitet.

Achte doch mal darauf, ob du es in dem Fall in der Vergangenheit nicht unbewusst belohnt oder bestraft hast.

Unbewusstes Belohnen
das Verhalten tritt häufiger oder länger auf

  • Dein Hund kommt durch Leinenziehen ans Ziel (immer oder auch nur manchmal)
  • Du streichelst einen Hund, während er einen anderen Hund fixiert
  • Dein Hund bellt dich an, weil du ihn nicht beachtest
    –> du befiehlst ihm ruhig zu sein
    (auch unangenehme Aufmerksamkeit kann belohnend sein)
  • Dein Hund steht am Besuch hoch
    –> du befiehlst ihm runter zu gehen (auch unangenehme Aufmerksamkeit…)

Unbewusstes Bestrafen  –
das Verhalten tritt seltener auf oder erlischt sogar ganz (vorallem in der Lernphase)

  • Dein Hund wartet ruhig, während du dich unterhältst
    –> dein Besitzer beachtest ihn erst, wenn er dich anbellt
  • Dein Hund jagt der Katze nicht nach
    –> du belohnst dies nicht
  • Dein hibbeliger Hund steht bereits seit einer halben Minute ruhig neben dir
    –> er bekommt keinen Feedback
  • Dein Hund schaut auf dem Spazi immer mal wieder bei dir vorbei
    –> du reagierst nicht darauf

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© 2016 – Teamschule – Monika Oberli

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