Fehlerfreies Lernen

Fehlerfreies Lernen

Noch nicht lange her, war man der Ansicht, dass ein Lebewesen am Schnellsten und effektivsten durch Versuch und Irrtum lernt. Inzwischen weiss man jedoch, dass es bei diesem Lernen viele Versuche braucht, bis der Lernende auf die richtige Lösung kommt.

Dies führt nicht nur zu Frustration, der Lernende lernt gleichzeitig auch, dass es neben dem erwünschten Verhalten auch andere Varianten dazu gibt. Und wenn du Pech hast, gefällt ihm diese sogar noch besser, als das von dir belohnte.

Beim fehlerfreien Lernen hingegen, wird eine Aufgabe so gestellt, dass sie von Anfang NUR richtig gelöst werden kann. Dabei wird auch immer darauf geachtet, dass der Schwierigkeitsgrad und die Ablenkung dem Ausbildungsstand angepasst wird.

Diese Art des Lernens beginnt bereits beim Welpen: Lernt er zum Beispiel von Anfang an, nur an lockerer Leine vorwärts zu kommen, so wird er auch später ohne zu Ziehen durchs Leben gehen.

Oder halten wir die Ausbildungsschritte bei neuen Signalen so klein, dass er z.B. beim Sitz nie in Versuchung kommt, ohne unser Auflösungskommando aufzustehen, so wird er später entspannt so lange sitzen bleiben, bis die Auflösung kommt.

Aber nicht nur, dass wir ein sicherer Ergebnis erreichen, die Aufgabe wird in der Regel auch schneller gelernt. Hier ein anschauliches Beispiel dafür:

Dazu passt auch dieser Artikel zum „Matching Law“, was nichts anderes heisst, als „das Gesetz der Anpassung“, welches man sich auch beim Lernen zu nutze machen kann:

 

Sicher, wir leben nicht im Labor und nicht immer ist alles 100% umsetzbar. Aber so wie wir vom Hund erwarten, sich auf unsere Trainings einzulassen, so  darf auch unser Hund von uns erwarten, dass wir uns gut vorbereiten und ihm das Lernen erleichtern.

Dazu gehören nicht zuletzt

  • klar formulierte Ziele (wie sie z.B. hier beschrieben sind),
  • festlegen der Teilschritte, die bis dahin nötig sind (welche haben wir schon erreicht, was üben wir als nächstes)
  • was und wie bringe ich mich selbst ein (ich achte auf meine Signale und Körpersprache).

Aber auch, dass wir die Umgebung und die Aufgabe so gestalten, dass er sie erfolgreich lösen kann.

Der Hund wird es uns danken und gerne und freudig mit uns Neues ausprobieren.

Monika Oberli
TeamSchule 2015

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Ein Gedanke zu “Fehlerfreies Lernen

  1. Pingback: Das Markersignal | TeamSchule - Mensch und Hund

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